Die USA unterhalten direkt am Südpol schon seit einigen Jahrzehnten die Forschungsstation „Amundsen-ScottSouthPole Station Antarctica“. Die geographische Lage wird mit 90 Grad südlicher Breite und Ø Grad Länge angegeben.
Im dortigen Winter sind zurzeit 46 Mitarbeiter vor Ort. Schon früher war es sehr interessant und glücklicher Zufall, den jeweils einzigen dortigen Funkamateur mit dem Rufzeichen KC4AAA zu erwischen. Die Entfernung zum Südpol beträgt von Nordhessen rund 15718 km. Wenn die Funkverbindung über den Nordpol läuft, und das ist je nach Ausbreitungsbedingungen durchaus möglich, spricht man von einer Verbindung über den „langen Weg (Long Path)“. Dieser Pfad hat dann eine Länge von 24285 Km.

In USA können Prüfungen zur Teilnahme am Amateurfunk von besonders bei der ARRL bestellten Funkamateuren (VEC) abgenommen werden. Die amerikanische Fernmeldeverwaltung FCC hat mit Neufassung der Regeln die Möglichkeit geschaffen, die Prüfungen auch außerhalb der USA durch die Beauftragten der ARRL abnehmen zu können. In Deutschland kann und wird zum Erwerb der US-Lizenz und eines amerikanischen Rufzeichens auch Gebrauch gemacht, während die Prüfung für die deutsche Zulassung zum Amateurfunkdienst immer noch von Beauftragten der Bundesnetzagentur abgenommen wird.
Anfang August stellten sich am Südpol 11 Mitarbeiter den 32 Prüfungsteilen. Geprüft wurden die Kandidaten von dem am Pol vorhandenen und beauftragten Funkamateur James Casey, AI4LX, in 32 Prüfungskriterien. Der korrekte Verlauf der Prüfung wurde in der Zentrale der ARRL in Newington/CT von der VEC-Managerin Maria Somma, AB1FM, und dem beauftragten Prüfer (VE) Perry Green, WY1O, überwacht. Dazu bedurfte es einer Skype-Verbindung, die über einen Satelliten, der die notwendige Bandbreite für Skypeübertragung zur Verfügung stellen konnte, geführt wurde.

Wegen der Umlaufbahn dieses Satelliten war nur ein begrenzter Zeitrahmen zur Verfügung. Es hat alles gut geklappt, von den elf Kandidaten bestanden alle die Prüfung in den beantragten US-Lizenzklassen. Zwei Kandidaten erreichten die Klasse „Extra“, drei die Klasse “General“ und sechs die höchste Lizenzklasse „Technician“. Damit sind insgesamt zwölf Funkamateure bei KC4AAA vorhanden. Mit Stolz meldet die ARRL, dass mehr als ein Viertel des Stationspersonals nunmehr geprüfte Funkamateure sind, die bald als KC4AAA im Rahmen ihrer Freizeit direkt vom Südpol zu hören sein werden. Viele Funkamateure freuen sich dann sicher über eine gelungenen Kontakt mit der Station am Südpol.