In den letzten Wochen wurden starke Sonnenstürme registriert. Die in Richtung Erde gerichteten Materieflüsse beeinflussten nicht nur negativ die Ionisierung der Ionosphäre und führten zu „radio blackouts“, sondern auch das irdische Magnetfeld. Das Magnetfeld schützt das Leben auf der Erde vor den Strahlungen aus dem Weltraum und beeinflusst auch die Wanderung von Tieren.
In einer Studie der Cambridge University, bei der auch deutsche Wissenschaftler aus Kiel und Büsum mitgewirkt haben, wurden die in 2016 registrierten Strandungen von Gruppen von Pottwalen an den europäischen Küsten mit den Messungen der Magnetosphäre und des Sonnenwindes verglichen. Allein 2016 sind in der südlichen Nordsee 29 Pottwale verschiedenen Alters nach Verlust der Orientierung gestrandet. Bekannt ist, dass sich die Tiere bei ihren Wanderungen mit ihrem magnetischen Sinn am Verlauf und an der Neigung der Feldlinien des Erdmagnetfeldes orientieren.

Bei starken Störungen des Magnetfeldes infolge eines Sonnensturms, wird die Orientierung beeinflusst und führt zu Abweichungen der üblichen Wanderwege. Die Strandung von Pottwalen an den nordeuropäischen Küsten ist seit dem Mittelalter dokumentiert. Den Orientierungssinn der Tiere bringen kurzfristig eintretende, starke Änderungen der Feldstärken im Magnetfeld der Erde durcheinander. Bei geringfügigen und langsam verlaufenden Schwankungen der Feldstärke können die Tiere die Beeinflussungen ausgleichen und auf andere Navigationssysteme (Sonnenstand, Meeresströmungen) umschalten. Das konnte bereits wissenschaftlich von verschiedenen Forschern nachgewiesen werden. Die Wanderwege werden aber ebenfalls durch atmosphärische Veränderungen beeinflusst.
Die Temperaturschwankungen in der Atmosphäre und damit die Änderungen der Wassertemperaturen, beeinflussen auch das Futterangebot. Besonders in der nördlichen See um Skandinavien und Schottland konnten signifikante Änderungen des Erdmagnetfeldes bei Beeinflussung durch Sonnenstürme festgestellt werden. Pottwale bekommen ihren Nachwuchs im Bereich des 40. Breitengrades. In diesem Meeresbereich ist das Magnetfeld ruhig und die neugeborenen Tiere stimmen ihren Orientierungssinn darauf ab. In der relativ flachen und gezeitenstarken Nordsee haben die Tiere keine Zeit, ihr Navigationssystem anzupassen. Die Ursachen für die 29 gestrandeten gesunden Pottwale Anfang 2016 in der Nordsee, sehen die Wissenschaftler in den Auswirkungen der Sonnenstürme vom 20/21.12. und 31.12.2015 /1.1.2016. sie waren offenbar Tintenfischschwärmen hinterher geschwommen.