Neues russische Über-Horizont-Radar (OTH) im 20m- Band

Konteyner image01Über-Horizont-Radar (Over-the-Horizon-Radar(OTH) werden vom Militär eingesetzt um anfliegende feindliche Flugzeuge oder Raketen rechtzeitig zu entdecken. Die Anlagen können aber auch Bewegungen auf See und Land erkennen. Das System kann weiter als die normalen Radaranlagen auch Ziele unter dem Horizont erfassen.

Die ausgesendeten Impulse werden von Objekten und Landschaften reflektiert, die Echos werden auf vom Sender weit entfernten Empfangsstationen aufgefangen und ausgewertet. Wolfgang Hadel, DK2OM, ist Vorsitzender der DARC-Bandwacht und hat erste Signale des neuen russischen Radars auf 14.217 kHz im Amateurfunkband entdeckt.

Das Signal besteht aus einem frequenzmodulierten Telegrafiesignal mit 50 Impulsen pro Sekunde. Die Bandbreite ist 80kHz oder mehr. Eine unangenehme Begleiterscheinung sind sogenannte „Splatter“, die möglicherweise über das gesamte Band als knatternde Impulse zu hören sein werden. Die Sendeanlage des „Konteyner“ genannten Systems steht bei Nishni Novgorod, empfangen und ausgewertet werden die Signale in der Nähe von Moskau. Eine russische Zeitung berichtete, dass insgesamt sechs weitere Anlagen in Russland operieren werden.

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Für 2018 ist eine Anlage im Fernen Osten des Landes geplant. Schon 1970 und 1980 wurden die Funkamateure weltweit von den tickenden Signalen des russischen OTH genervt. Wegen des tickenden Signales, dessen Ursprung der Standort Tschernobil mit seiner Energieversorgung aus dem Atomkraftwerk war, wurde das OTH als „Woodpecker( Specht)“ bei den Funkamateuren bekannt. Mit entsprechenden Filtern in den Amateurfunkempfängern konnte man das Ticken größtenteils ausblenden.

Heute sind auf den Bändern in Abständen breitbandige OTH Systeme aus Russland, China, Zypern Iran und Türkei zu hören, gegen die kein Filter im Empfänger etwas ausrichten kann. Sie erscheinen plötzlich mit großen Feldstärken, Amateurfunkbetrieb ist dann nicht mehr möglich. Ein positiver Aspekt für den Funkamateur hat z.B. das OTH Zypern: Es rattert immer an der MUF, der „Maximal Usable Frequency“ und lässt daher Rückschlüsse auf die momentanen Ausbreitungsbedingungen zu. Die Bedrohung der Amateurfunkbänder durch diese neuen Radarsysteme nimmt leider zu. Russland hat die Technologie dieser Systeme auch an China verkauft. Die Aussichten für ungestörten weltweiten Amateurfunkbetrieb auf der Kurzwelle sind bei diesen Nachrichten nicht gut.