Für das 160m-Band ist für die Funkamateure in Deutschland der Bereich von 1810 kHz bis 2000 kHz freigegeben. In den Sommermonaten ist das Band wegen der anhaltenden Tagesdämpfung nicht für Weitverbindungen geeignet. Aber mit zunehmender Dunkelheit wird das Band auch für den DX-Verkehr interessant.
Nicht alle Funkamateure können die für das Band erforderlichen Antennen errichten. Halbwellendipole haben eine Ausdehnung von etwa 80 Metern, eine Vertikalantenne bringt es auf eine Höhe von 18 Metern. Eine derartige Vertikalantenne steht auf dem Gelände der DARC Geschäftsstelle an der Lindenstraße in Baunatal.
Für die glücklichen Funkamateure, die das Band wirklich mit ihren Anatennen nutzen können, hat der Carl Luetzelschwab, K9LA, der als Fachmann für Ausbreitungsfragen gilt, eine schlechte Nachricht. Durch die nachgewiesene Abnahme des Magnetfeldes der Sonne dringen vermehrt kosmische Strahlungen in die Ionosphäre ein und bewirken erhebliche Veränderungen der Reflektionseigenschaften. Eine noch nie da gewesene hohe Anzahl von Neutronen und energiereichen Protonen in der kosmischen Strahlung führt zu stoßwellenartiger Ionisation in der D- und E-Schicht in einer Höhe zwischen 90km und 150km.
Ballonaufstiege in den USA bis in diese Höhen haben den Anstieg der kosmischen Strahlung bereits mehrfach nachgewiesen. Für die Ausbreitung auf allen anderen Kurzwellenbändern kommen ebenfalls schlechtere Bedingungen auf. Die Sonne befindet sich in ihrem 11-jährigen Rhythmus zwischen der hohen Zahl von Sonnenflecken und niedrigen Werten derzeit auf dem absteigenden Ast der Kurve und wird den Tiefpunkt voraussichtlich im Jahre 2020 erreichen. Carl Luetzelschwab, K9LA, ist daher der Auffassung, dass der zu beobachtende Rückgang der Ionisation in den für das 160m-Band wichtigen Schichten sehr hoch sein wird.
Erst im Jahr 2020 wird man feststellen können, wie sich das 160m-Band in dieser absteigenden Periode der Sonnenflecken tatsächlich verhalten hat. Ein Vergleich mit den bisherigen Beobachtungen wird man vornehmen. Für Kurzwellenhörer dürfte es interessant sein, die Aktivitäten auf diesem Band in der dunklen Tageszeit zu beobachten.