Vom 28.- 30.9.2016 strömte mit einer Geschwindigkeit von ca. 670 km/Sekunde aus zwei riesigen, sogenannten „Koronalen Löchern“, ein starker Sonnenwind in Richtung Erde. Der Sonnenwind hatte sich den Sonnenobservatorien bei den Beobachtungen der Sonnenoberfläche bereits angekündigt und die Website www.spaceweather.com prognostizierte starke Auroraerscheinungen für die letzten Septembertage.
Stündliche Beobachtungswerte der Sonnenaktivität lieferte der Satellit „Advanced Composition Explorer (ACE)“, der sich seit August 1997 zwischen Erde und Sonne befindet. Koronale Löcher entstehen auf der Sonne, wenn sich die sonst geschlossenen Magnetfeldlinien der Sonne in Richtung Weltraum öffnen. An diesen geöffneten Linien strömen Plasma und Elektronen aus dem Sonneninnern in den Weltraum. Der Bereich der Austritte ist gegenüber der Sonnenoberfläche von der Temperatur her geringer und erscheint in Satellitenaufnahmen im Röntgenstrahlenfrequenzspektrum als dunkler Fleck. „Koronale Löcher“ sind im normalen Lichtspektrum für den Betrachter nicht sichtbar und nicht mit den Sonnenflecken zu verwechseln.

Die starken Plasmaströme erzeugen im Magnetfeld der Erde starke Turbulenzen und auf der Nordhalbkugel in der Ionosphäre fantastische Leuchterscheinungen, die manchmal sogar bis in unsere Breiten zu sehen sind. Forschungsstationen in der Antarktis registrieren ebensolche Leuchterscheinungen am Südpol des Erdmagnetfeldes. Stark beeinflusst werden auch die für die Funkausbreitung auf Kurzwelle zuständigen Schichten der Ionosphäre. Beim Absuchen mit dem Empfänger der für den Amateurfunk vorgesehenen Frequenzen, ist in solchen Fällen starkes Rauschen zu hören.

Nur wenige Stationen aus Europa sind in unserer Region meist sehr leise oder mit schwankenden Feldstärken zu hören. Funkverkehr zu Stationen nach Übersee oder Asien ist nahezu nicht möglich, da die für diese Ausbreitung wichtige F-Schicht in etwa 200 bis 400 km Höhe durch den Plasmastrom ihre Leit- und Reflektionseigenschaften völlig verloren hat. Der weltweite Funkverkehr ist gestört und in den Funkwettervorhersagen ist in roter Schrift der Begriff „poor“ zu lesen. Die Beobachtung starker kommerzieller Sender, wie z.B. der sonst in unserer Region stark einfallende Sender Quickborn des Deutschen Wetterdienstes auf 10.1 MHz, hilft bei der Beurteilung der augenblicklichen Funkbedingungen auf dem 30m- Band. Funkamateure beobachten geduldig, denn irgendwann ist das Naturereignis „Sonnensturm“ auch wieder vorbei und die Bänder sind wieder „offen“.