Erfolgreiche Ausbildung von Funkamateuren im Amateurfunkzentrum Baunatal

Ein Ausbilderteam des Ortsverbandes Kassel mit Unterstützung aus Vellmar sind seit einiger Zeit dabei, Interessenten für den Amateurfunk die für die Prüfung notwendigen Kenntnisse zu vermitteln. Zurzeit läuft die Ausbildung im Ausbildungszentrum des DARC in der Lindenstraße 6 in Baunatal in drei Gruppen. Diese Lehrgänge stehen allen Interessierten der Region Kassel und darüber hinaus zur Verfügung.

 

Unterstützung in englischer Sprache und offener Selbstbauabend

Eine besondere Herausforderung für das Ausbildungsteam ist eine Interessentin, die der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig ist. Das Ausbildungsteam ist dabei, die deutschen Vorschriften und Gesetzestext in die englische Sprache zu transferieren. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, dessen Ergebnis auch anderen Ausbildern später zur Verfügung stehen wird.

 

Drei Funkamateure haben bereits nach der Ausbildung den Schritt zur Prüfung gewagt und sind erfolgreich mit eigenem Rufzeichen wieder nach Baunatal zurückgekehrt. Neben der Ausbildungsarbeit für die Amateurfunkklassen A und E jeden Dienstag ab 19 Uhr, die auch in englischer Sprache durchgeführt werden kann, wird an jedem letzten Mittwoch im Monat einen „Ofenen Selbstbauabend“ angeboten, an dem bei eigenen Projekten und Bauvorhaben Hilfe geleistet wird. Inzwischen ist die Werkstatt des Ausbildungszentrums mit Mitteln der Ortsverbände des DARC und durch Spenden recht gut eingerichtet.

 

Praxis, angepasstes Lehren, rollierender Kurs

Die Ausbildungsgruppen sind gut gemischt, vom Schüler bis zum Maschinenbau-Ingenieur, derer zwei, oder auch nicht mehr Berufstätige sind mit dabei. Daraus ergeben sich unterschiedliche Geschwindigkeiten des Lernens, denene Rechnung getragen werden muss. So ist intensivere Betreuung gefragt. So gibt es schon einmal Nachhilfe Mathematik mit dem Intensiv-Abend “Gleichungen umstellen” und entsprechendem Arbeitsmaterial. Man bemüht sich, die Geschwindigkeit und Lernform nach den Lernenden auszurichten. Da wird schon einmal ein Kapitel Technik auf 4 Abende aufgeteilt und mit viel Wiederholung und Beispielen gearbeitet.

Besondere Fragen werden von Hein, DF6HF, und Rainer, DF1FRW zumeist im kleinen “Technikraum” mit langjähriger Erfahrung und Kompetenz behandelt. D. h. momentan geben sie mit großer Hingabe Unterstützung in englischer Sprache und erstellen neues Lernmaterial. Ansonsten stehen im kleinen Raum Stationen für Kurzwelle und UKW zur Verfügung. Diese können in Betreib genommen werden, um den praktischen Amateurfunkbetreib darzustellen oder unter einem Ausbildungsrufzeichen auch aktiv daran teilzunehmen.Neue und alte Rufzeicheninhaber nutzen die Gelegenheit aber auch gerne, sich Rat zu holen oder z. B. angeleitet Messungen vorzunehmen.

Hendrik, DL1HX, steht im Vortragsraum in der Bütt, leitet den neuen E-Kurs an und ist mit einem Ohr bei der “Selbsthilfegruppe Prüfungsvorbereitung”. So langsam wird es voll und die letzten zwei Wochen klopfte es jeweils an mit: “Ich habe gehört, hier gibt es Ausbildung zum Funkamateur”. Wenn sich das weiter herumspricht, unter kräftiger Mithilfe von Lernenden und OMs, dann müssen die Rufzeichen schnell gemacht werden, damit Platz gemacht wird. Das Ausbildungskonzept ist speziell für die Anforderungen an wöchentliche Unterrichtsabenden mit Unterlagen des DARC und verschiedener Autoren erarbeitet.

Speziell hier der Dank an Eckart Moltrecht, DJ4UF, für seine 3 Bücher als Grundlage so vieler Kurse. Damit ist gewährleistet, dass auch später einsteigende Interessenten auf allgemein zugängliche Unterlagen zurückgreifen können und in den laufenden Kurs noch einsteigen können. Der Kurs, nur unterbrochen von den Urlaubszeiten, beginnt seit Jahren immer wieder von vorn und Quereinsteiger sind immer willkommen.

Bernd, DL4ZAB, ist oft zu Besuch und führt neue Antennen oder CW-Betrieb mit Portabel-Equipment vor. Antennen werden mit dem Analysator ausgemessen und so können direkt Einflüsse wie Höhe und Länge der Antenne, Richtwirkung praktisch erfahren werden, die vorher noch theoretisch abgefragt wurden. Bernds Erfolge vom Betrieb z. B. auf dem Hof des AFZ in Form von neuen QSL können die Auszubildenden direkt sehen. 

Offener Kurs der Programmiersprache C

Ein Schwerpunkt vom OV Kassel ist die Beschäftigung mit Digitalem und eingebetteten Rechnerarchitekturen. Die Programmierung von elektronischen Bauteilen wird durch einen eigenen Kurs in der Programmiersprache C  alle 14 Tage den am Programmieren interessierten Funkamateuren nahe gebracht. Dieser Kurs, wie auch der Selbstbauabend sind offene Veranstaltungen, zu denen jeder hinkommen kann. Dies ist eine gute Möglichkeit, Interessierte aus ganz anderen Bereichen dem Thema Amateurfunk und Selbstbau näherzubringen.

Wer also an der Ausbildung zum lizensierten Funkamateur teilnehmen möchte, möge sich dienstags zum Amateurfunkzentrum begeben. Wenn Licht brennt, dann bitte einfach nur Anklopfen oder Klingeln, alle Interessenten sind herzlich willkommen.