Internationale Wissenschaftler und Funkamateure diskutieren derzeit sehr intensiv die Frage, ob die Sonne derzeit durch die Zahl der geringer werdenden Sonnenflecken in ein sogenanntes „MAUDER MINIMUM“ driftet. Als „MAUDER MINMUM“ werden die Jahre zwischen 1645 und 1715 bezeichnet, in denen nachgewiesenermaßen die Anzahl der Sonnenflecken sehr gering war und die elfjährige Periode zwischen den Maxima unterbrochen wurde.
Benannt wurde dieses Phänomen nach dem englischen Astronomen Edward Walter Mauder, der die geringe Anzahl der Sonnenflecken in den genannten Jahren erkannte. Durch diese nachlassende Strahlungsleistung der Sonne sind wahrscheinlich die „kleinen Eiszeiten“ und strengen Winter in Europa, Nordamerika und China zu erklären.
Sicher sind die Wissenschaftler aber nicht. Amerikanische Wissenschaftler und Funkamateure, die seit Jahren die Sonnenflecken beobachten und akribisch registrieren, sind der Meinung, dass der derzeitige Zyklus mit der Nummer 24 kein ausgeprägtes Maximum aufweist und nur 50-70% der früheren Maxima erreicht hat. Die Zählung des elfjährigen Fleckenzyklus begann durch den Züricher Astronomen Rudolf Wolf (1816 – 1893) mit dem ersten Zyklus im Jahr 1755.
Es deutet offenbar alles darauf hin, dass der Weg in ein großes Minimum beschritten wird, das dem damaligen MAUNDER MINIMUM entsprechen könnte. Für Funkamateure sind das keine guten Aussichten. Die Ausbreitungsbedingungen auf den höheren Bändern von 15m bis 10m werden voraussichtlich rapide zurückgehen. Totaler Ausfall der Funkverbindungen ist möglich. Die F2-Schicht in 200 bis 300 Kilometern Höhe wird nur sporadisch für weltweite, signalstarke Übertragungen zur Verfügung stehen.
Auf 160m bis 20m werden brauchbare Ausbreitungsbedingungen zu erwarten sein. Messungen und Beobachtungen der UV-Strahlung beweisen Veränderungen des Magnetfeldes der Sonne. Treten Magnetlinien auf Grund der Vorgänge aus der Sonnenoberfläche heraus, dann erscheinen diese Stellen dunkler, weil sie kühler sind, als die umgebende Sonnenfläche.
An den Magnetlinien werden energiereiche Plasma- und Protonenwolken als „Sonnenwind“ in den Weltraum geschleudert. Durch nachlassenden „Sonnenwind“ gelangen vermehrt kosmische Strahlen aus den Tiefen des Alls zur Erde, die sonst vom Sonnenwind abgelenkt und gedämpft worden sind. Höhere Strahlendosen für Astronauten und Flugpassagiere und Piloten sind die Folgen. Nachlassender Sonnenwind hält aber die Umlaufbahnen der Satelliten und der ISS auf stabileren Positionen und verringert notwendige Bahnkorrekturmanöver.
Bilder von Spaceweather.com


