Hans-Eberhard, DK6FR: Der Amateurfunk lässt mich nicht los!

 

Alles begann mit den Büchern „Wunder der Wellen“ von Eduard Rhein und „Der Kurzwellenamateur“ von Karl Schultheiss, die mir ein Klassenkamerad der Wilhelmschule 1952 zum Geburtstag schenkte. Er sagte:“ Ich hoffe, dass du bald mit der ganzen Welt in Verbindung bist.“

 

 

 

 

Mein Interesse war groß, ich verschlang die Bücher und wie es der Zufall oder das Glück wollte, bot unser Physiklehrer, eine Arbeitsgemeinschaft für Radiotechnik an. Er brachte uns die technischen Grundlagen bei und lud einen jungen Funkamateur aus Kassel ein, um uns den Amateurfunkverkehr aus unserem Physikraum heraus vorzuführen.

 

Während des Studiums in Marburg und Bristol und während der Referendarzeit und der Einarbeitung in den Schuldienst und die Lehrerausbildung (Friedrichsgymnasium, Pädadogisches Fachinstitut, Gesamthochschule/Universität Kassel) war an Amateurfunk nicht zu denken. Es folgte die Heirat und die Geburt unserer drei Kinder.

 

Ende der 60er Jahre bot Harald Dölle DJ3AS und sein Team im Hermann-Schafft-Haus Kurse zum Erwerb der Funklizenz an. Daran nahm ich teil, erwarb in 1970 nach bestandener Prüfung die C-Lizenz und war ein Jahr lang als DC0ZT auf 2m aktiv und wurde Mitglied im DARC.

 

 

Ein Jahr später bestand ich die Morseprüfung und erhielt das Rufzeichen DK6FR.

 

 

Beim Zusammenbau des Heathkit SB-100 und später der Endstufe lernte ich das Löten.

 

1972/73 während des Austauschjahres als Fulbright-Teacher in Pueblo, Colorado arbeitete ich am College und war Mitglied im „Pueblo Ham Club“ , dem Verein der dortigen Funkamateure (siehe Emblem). Meine Funkkontakte im getauschten Haus beschränkten sich auf den UKW-Bereich im 2m-Band. Es war ein wunderbares Jahr für die ganze Familie- überall wurden wir freundlich aufgenommen und am Schluss unserer großen Rundreisen im VW-Camper wurden wir von Funkfreunden zum Flugplatz in Denver gebracht. Sie bekamen unser Familienzelt und die nicht mehr benötigten Steckquarze für ihre Funkgeräte als Dankeschön.

 

Während der Vorbereitung auf meine Promotion, die sich bei voller Tätigkeit als Fachhochleherer (18 Semesterwochenstunden) von Kassel nach Erlangen verlagerte und 1978 abgeschlossen wurde, war Funkbetrieb kaum möglich. Dass sich der Vater der Familie und besonders den Kindern so sehr entziehen musste, verursachte ein ständig schlechtes Gewissen.

 

1980 erhielt ich die B-Lizenz. Die aus den USA mitgebrachte Heathkit Endstufe SB-2000 und der amerikanische Minibeam HQ-1 auf dem Reihenhaus belebten meinen Ham-Spirit. Doch der Job als Hochschullehrer in der Lehrerausbildung bei ständigem Peronalmangel, zahlreichen Praktikumsbesuchen ,vielen Prüfungen und die zunehmende Verwaltungsarbeit in der Hochschule (Dekanat, Sitzungen, Kon- ferenzen) ließ nur wenig Zeit für das Hobby.

 

Nach der Pensionierung 1997 entdeckte ich mein zweites Hobby wieder, die Musik. Ich war war so begeistert – 40 Jahre lang hatte ich weder Geige noch Bratsche gespielt – dass ich zeitweise in drei Orchestern und zwei Quartetten spielte und einen Streicherkreis bei mir zu Hause aufbaute. Daneben hatte ich zehn Jahre lang wöchentlich Geigen- bzw. Bratschenstunde, wofür ich auch tüchtig üben musste.

Die Heathkit-Line und der Minibeam wurden verkauft und ich trat trotz 25-jähriger Mitgliedschaft (schon in 1995) aus dem DARC aus. Nur der Twin Bander von Standard und der FT 747 GX von Yaesu auf meinem Schreibtisch erinnerten mich gelegentlich an den Amateurfunk.

 

Im Volkshoschulorchester kam ich mit Hans-Georg, DF6HF ins Gespräch. Er besorgte mir eine Vertikalantenne und lieh mir sein Hytera PD-365 aus. Da zündete der Funke erneut: Die Anmeldung beim DARC ist auf dem Weg und gerätemäßig werde ich aufrüsten, um im OV F12 und weltweit wieder dabei zu sein.

 

Das aktive Musizieren wird zurückgefahren – alles hat seine Zeit.

 

Kassel im Dezember 2015

Dr. Hans-Eberhard Nuhn, DK6FR