Im April 2018 nimmt die „University of Alaska Fairbanks (UAF)“ mit der von der US Air Force für $300Mio in 1990 errichteten und von der UAF in 2015 übernommen riesigen Sendeanlage in Gakona/Alaska wieder auf. Die als HAARP (High-Frequency Active Auroral Research Program) bekannte und geheimnisumwitterte, zu allerlei Verschwörungstheorien führende Sendeanlage mit dem riesigen Antennenfeld, dient nunmehr der weiteren Erforschung der Ionosphäre.
Der wissenschaftliche Leiter Chris Fallen, ein Funkamateur mit dem Rufzeichen KL3WX, hat für 40 Stunden eine Reihe grundsätzlicher Experimente angekündigt. Unter anderem soll das Nachtleuchten der Atmosphäre, die elektromagnetische Strahlung, Plasmawellen und durch zugeführte Radioenergie die Veränderung der Ionisation der Schichten erzeugt und untersucht werden.
Die Sendeleistung der 360 Sender HAARP-Anlage mit zusammen einer Sendeleistung von 3 Gigawatt, ist derzeit nur mit 80% erreichbar. Während des Sommers sollen aber die restlichen Sender repariert werden, damit 100% der möglichen Sendeleistung zur Verfügung stehen wird. Für das künstlich erzeugte Nachtleuchten steht nur ein kleines Fenster von etwa 30 Minuten zur Verfügung.

Die zunehmende Tageslänge der Mittsommernacht lässt eine längere Beobachtung nicht zu. Die wegen der schwachen Sonnenaktivität maximale Frequenz, die in der sog. „F2-Schicht“ in etwa 200 km Höhe reflektiert wird und die für ein künstliches Nachtleuchten erforderlich ist, liegt über Gakona am Nachmittag bei 4 MHz und fällt rapide mit zunehmender Dunkelheit auf 2,7 MHz ab. Auch hier ist nur maximal ein Zeitraum von 30 Minuten zur Beobachtung möglich.

Zusammen mit dem Aufheizen der Ionosphäre für die Leuchterscheinungen werden Sendesignale mit Musik und Tönen moduliert abgestrahlt. Hierdurch soll der wegen der folgenden, nichtlinearen Zustände in der Ionosphäre auftretende „Luxemburg-Effekt“ erzielt werden. Bei dem in 1948 intensiv durch den russischen Physiker Ginzburg erforschten Effekt, wird ein im gleichen Wellenbereich sendenden, schwächeren Sender, die Modulation eines anderen, stärkeren Senders aufgeprägt. Dieser Effekt wurde bereits zu den Anfangszeiten der Radiosendungen von den leistungsstarken Sendeanlagen von Radio Luxemburg, BBC London und Radio Moskau beobachtet. Das Programm, das Chris Fallen, KL3WX, zusammengestellt hat, beinhaltet eine Menge wichtiger Versuche, deren Auswertung nicht nur in der UAF vorgenommen wird. Ob Funkamateure in Europa von diesen Versuchen etwas bemerken, ist bei den derzeitigen Ausbreitungsbedingungen nicht sicher.