Erinnerungen an einen „Geomagnetischen Blitz“ im September 1941

prominence stripAuf der Seite „Spaceweather.com“ wird an den massiven geomagnetischen Sturm vom 18.September 1941 erinnert. Erstmals wurden durchgebrannte elektrische Leitungen und Totalausfall der Funk- und Radioverbindungen von den Medien und Observatorien registriert und dokumentiert. Die Radiotechnik und die Stromversorgung der Bevölkerung waren inzwischen in zentraler Punkt des täglichen Lebens geworden. Dem Naturereignis wurde daher besonderer Aufmerksamkeit zuteil.

Am Nachthimmel tanzten auf der Nordhalbkugel die Nordlichter und führten durch Induktion zum Anstieg der Spannung in den Überlandleitungen. Die Transformatoren ächzten unter zusätzlichen Last und einige brannten durch. Radioübertragungen der wichtigen Sportereignisse fielen aus und noch laufende Programme waren plötzlich mit privaten Telefongesprächen unterlegt. Der Nordatlantik war zur Nachtzeit hell erleuchtet und gab den deutschen U-Booten die große Chance, alliierte Versorgungsverbände zu torpedieren.

Englische Maschinen flogen Angriffe auf Nachschubstellen der Wehrmacht an der Ostsee, und deutsche Flieger bombardierten in der hellen Nacht Leningrad. Dieser „Supersturm“ wurde erstmals von den Observatorien in den USA und Kanada akribisch untersucht. Bereits am 16.September 1941 hatte das Observatorium auf dem Mount Wilson mitten auf der Sonnenscheibe große Sonnenflecken ausgemacht und erstmals eine Warnung über den wahrscheinlichen Ausfall von Radioverbindungen herausgegeben. Das war der Beginn der zuverlässigen Vorhersage des „space weather“.

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Am 18.9.41 um .12 UTC erreichte der Sonnenwind die Umlaufbahn der Erde und stauchte das Erdmagnetfeld zusammen. Die aktuelle magnetische Aktivität wird auf verschiedenen Observatorien der Welt alle drei Stunden in „NanoTesla (nT)“ gemessen und zu dem K-Index zusammengeführt. „K0“ ist ein ruhiges Erdmagnetfeld und beste Voraussetzung für die Kurzwellenausbreitung, der stärkste Sturm wird mit „K9“ bewertet. Das Observatorium in Cheltenham an der Ostküste der USA registrierte sechs einzelne Ausbrüche von jeweils der Stärke „K9“. Der bis weit in den Süden der USA sichtbare elektromagnetische Sturm mit seinen grünen, violetten und rosafarbenen Lichterscheinungen, dauerte über 24 Stunden und gab in der Bevölkerung der USA zu allerlei Vermutungen über Abwehrwaffen Anlass. In Europa war der Supersturm auch zu sehen, aber die Kriegsberichte in den Medien hatten Vorrang. Der „Geomagnetische Blitz“ vom 18.September 1941 war der stärkste bisher registrierte Ausbruch des Sonnenwindes.