Wolkenbildung durch kosmische Strahlen?

MorgenrotImDezember

Bei der Ursachenforschung über die Erderwärmung und den Klimawandel konzentrieren sich einige Wissenschaftler auf die Zusammenhänge zwischen kosmischer Strahlung und Wolkenbildung. Ein weiterer Faktor in diesem Zusammenhang ist der Sonnenwind, der auch für die Ausbreitung auf der Kurzwelle eine wesentliche Rolle spielt. Die Intensität des Sonnenwindes, der die kosmische Strahlung in großem Maße von der Erde fernhält, wird nach den neuesten Erkenntnissen im Rahmen des Sonnenfleckenzyklus von 11 Jahren geringer.

 

Der Geophysiker Scott F. Busch entdeckte bereits in den 30er Jahren ein nach ihm benannten Effekt: Nach solaren Ausbruch eines Sonnenwindes fiel die messbare hochenergetische kosmische Strahlung rapide ab. Wissenschaftler aus Dänemark und Israel haben nunmehr die Aufzeichnungen des „Forbush Effektes“ mit den Aufzeichnungen der Wolkenformationen weltweit verglichen und zeitliche Übereinstimmung der Abläufe festgestellt. Danach nahm die Wolkenbildung nach Rückgang der kosmischen Strahlung ab.

Im Umkehrschuss stellt sich nun die Frage, ob die kosmische Strahlung Wolkenbildungen verursachen kann. Die Meinung besteht, dass kosmische Strahlung durch Ionisation von Molekülen in der Erdatmosphäre, die wiederum andere Moleküle einfangen und somit zur Bildung von Aerosolen und Kondensationskernen von Wolken beitragen kann. Vermehrte Wolkenbildung führt zur Abkühlung der Erde. Bei hoher Aktivität des Sonnenwindes ist der Einfluss der kosmischen Strahlung auf die Atmosphäre geringer und damit auch die Wolkenbildung. Die Erde erwärmt sich.

Im Kernforschungszentrum CERN in Genf wurden in einer hochreinen Kammer die Bedingungen der Erdatmosphäre am Rande des Weltalls mit Gasen, die der Zusammensetzung der Lufthülle in dieser Region entsprechen, nachgestellt. Das Gasgemisch wurde mit Strahlen, die mit den Wellenlängen der Weltraumstrahlung identisch waren, beaufschlagt. Es konnten Aerosole in der Größe von 50 Nanometern erzeugt werden. Sie sind groß genug, um in der Atmosphäre als Kondensationskerne für Wolken zu dienen. Die genauen Zusammenhänge und die Rolle der durch Ionisation entstehenden Schwefelsäure in Reaktion mit Ozon und Wasser müssen durch weitere Experimente noch genauer erforscht werden.

Ballonflüge in USA haben eindeutig die Zunahme der kosmischen Strahlung festgestellt. Kommen jetzt vermehrt wolkige Tage?