Absichtliche Störungen im Amateurfunk – DQRM

DQRM2Seit einigen Jahren häufen sich bei den DXpeditionen in seltene Länder die absichtlichen Störungen auf der Sendefrequenz der seltenen, sehr gefragten Station. Während der DXpedition nach Navassa Island (K1N) im Februar 2015 wurde den Verursachern der absichtlichen Störungen (engl.: Deliberate QRM – DQRM) der Kampf angesagt. Ein seit Jahren vorbereitetes Programm (DQRM Tracking Project) wurde erstmals im größeren Rahmen eingesetzt und sollte seine Bewährungsprobe bestehen.

Die Funkamateure wurden weltweit aufgefordert, den Organisatoren zeitnah die festgestellten Störungen per Internet in einem speziellen Formular zu melden. Durch Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fernmeldebehörden wurden bei Meldung der Störung kommerzielle Peilstationen aktiviert, die durch Kreuzpeilung den störenden Sender in einem Bereich von wenigen Kilometern feststellen können.

In diesem Bereich werden örtlich ansässige, dem Projekt bekannte Funkamateure aufgerufen, durch ortsnahe Peilungen und Dokumentation mit Aufzeichnungen die Störquelle näher zu identifizieren. Das „DQRM Tracking Project“ erhielt über 1000 Meldungen, die jetzt in einer internationalen Datenbank verarbeitet werden. Der englische Funkamateur Roger Western, G3SXW, hat über eine Fall aus 2014 berichtet, in dem ein Störer in schlechter Telegraphie ständig die Buchstabengruppen EAHSYL oder FDBA auf der Sendefrequenz der DX-Station abstrahlte.

Durch Einsatz kommerzieller Peilstationen wurde der Störer in einem Bereich westlich von Rom ermittelt. Die im damaligen Projekt eingezogenen Funkamateure erstellten eine Liste der in dem georteten Bereich ansässigen Funkamateure. In Kenntnis der Funkamateure, die oft in Telegraphie auf den Bändern funkten, blieb nur noch eine kleinere Anzahl eventuell Verdächtiger übrig. Nun unternahmen die im Projekt involvierten Funkamateure zahlreiche Fahrten mit den Pkw und portablen Empfängern und Peilgeräten.

DQRMMap1

Ein Funkamateur an seiner ortsfesten Station hielt per Mobiltelefon die Verbindung zu dem Peilteam aufrecht und informierte ständig über den Zeitpunkt der Aussendung des Störsignals. Der Verursacher, ein lizenzierter Funkamateur, wurde letztendlich festgestellt und rechtlich zur Verantwortung gezogen. Der erfolgreiche Abschluss der damaligen Störungssuche zeigt, dass sich die Funkamateure gegenüber solchen Personen, die aus unterschiedlichen, rational nicht immer nachvollziehbaren Gründen ihre Funkanlagen für Störzwecke missbrauchen, zu wehren wissen.