Das 6-Meter Amateurfunkband, – ein „Magic Band“

In der Zeit von Mai bis September ergeben sich auf dem 6m-Band der Funkamateure interessante Ausbreitungsbedingungen. Der Frequenzbereich 50,08 MHz bis 51 MHz ist den Funkamateuren als Sekundärnutzer zugeteilt. Primärnutzer laut Zuweisungsplan ist hier in Deutschland die Bundeswehr.

 

Bisher waren die auf 6-Meter möglichen Betriebsarten auf Telegraphie und Sprechfunk beschränkt. Dank der Bemühungen des DARC e.V. und seiner Fachabteilungen, konnte in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur und dem Primärnutzer eine weitere, bis 31.12.2016 befristete Ausweitung des Frequenzbereiches und für Nutzung aller Betriebsarten des Amateurfunkdienstes erreicht werden.

 

Das 6m- Band liegt frequenzmäßig zwischen Kurzwelle und UKW. Der „Radiohorizont“ der Sendeantenne endet je nach Höhe des Standortes über der Erdoberfläche und Geländestruktur nach knapp 100 Kilometern. Es ergeben sich in diesem Frequenzbereich nur tagsüber interessante Ausbreitungsbedingungen.

 

Durch den hohen Sonnenstand auf der Nordhalbkugel bilden sich sogenannte „Sporadische E- Schichten“ in etwa 150 Kilometern Höhe. Das sind elektrisch aufgeladene Gebiete der Atmosphäre, die ihre Lage verändern und plötzlich Verbindungen über etwa 800- 2500 Kilometer mit relativ geringer Sendeleistung zulassen. So plötzlich wie sie erscheinen, sind diese Ausbreitungsbedingungen auch wieder verschwunden.

 

Eine andere Ausbreitungsmöglichkeit ergibt sich über die Nord- Südrichtung. Sie werden “transäquatoriale Verbindungen (TEP)“ genannt. Auch hier sind überraschende Reichweiten nicht unüblich.

 

Wetterlagen können ebenfalls zu Überreichweiten in diesem Frequenzband beitragen. Eine sogenannte Inversionswetterlage (Warmluft liegt über Kaltluft) ist für Überreichweiten von einigen Tausend Kilometern geeignet, das Sendesignal wird an der Grenzschicht der Luftmassen gebeugt und erreicht Regionen, die außerhalb des üblichen Radiohorizontes der Sendeantenne liegen. Weihnachten 2015 konnten 3 bis 4 Stunden lang, amerikanische Stationen Verbindungen mit Neuseeland tätigen Das war im „Jahrhundertereignis“ immerhin eine Entfernung von rund 15.000 km.

 

Die besonderen Eigenschaften des Bandes erfordern besondere Betriebstechnik. Die Funkerbindung beschränkt sich auf den Austausch von Empfangsrapport und Standortkenner („QTH- Locator“). Längere Funkverbindungen sind meist nicht möglich, da sich die Ausbreitungsbedingungen rapide ändern. Das „Magic Band“ ist auch weiterhin für Überraschungen gut.

 

Die UKW –Freunde freuen sich auf die Saison 2016.

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