Globuli gegen „Elektrosmog“

Die Teilnehmer am gesetzlich regulierten Amateurfunkdienst stoßen immer wieder auf den nicht exakt definierten Begriff „Elektrosmog“, der umgangssprachlich für die Gesamtheit der elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder gebraucht wird.

 

In vielen Publikationen, die immer wieder von teilweise selbst ernannten Experten oder von angeblich wissenschaftlichen Studien aus Instituten mit hochtrabenden Namen stammen, suggerieren der Öffentlichkeit unerwünschte und gefährliche biologische Wirkungen der Felder beim Menschen.

Die Verträglichkeit und Zumutbarkeit nachweisbarer Immissionen elektromagnetischer Felder für die Menschen und die Umwelt sind durch Grenzwerte in internationalen und nationalen Normen und Gesetzen geregelt. Alle Funkamateure, die auf Grund ihrer Genehmigung (Lizenz) hochfrequente Schwingungen ab einer gewissen geringen Leistungsgrenze von ihrer Antennenanlage abstrahlen, unterliegen diesen Bestimmungen und müssen die Einhaltung von Personenschutzgrenzwerten durch Berechnungen und Dokumentationen über ihre verwendete Amateurfunkanlage und Antennen gegenüber der Bundesnetzagentur mit einer „Selbsterklärung“ verpflichtend nachweisen. Im Bedarfsfall werden diese errechneten Werte durch den Prüf – und Messdienst der BNetzA auf Einhaltung der Grenzwerte gegenüber der Umwelt überprüft. Kommerzielle Senderbetreiber müssen die Einhaltung der Grenzwerte mit einer „Standortbescheinigung“ der BNetzA nachweisen.

Im Handel gibt es eine Menge Vorschläge und Geräte für die „Abwehr“ des Elektrosmogs. Das ist für die Anbieter ein Riesengeschäft mit der Angst. Bei den Funkamateuren hat ein homöopathisches Mittelchen Kopfschütteln und Belustigung verursacht: Globuli, die mit 50 Hertz (Frequenz des Stromes in der Steckdose) und den Frequenzen der Amateurfunkbänder „bestrahlt“ wurden, sollen, so verspricht es der Hersteller, gegen „Elektrosmog“ schützen. Dass mit der Aufschrift “ELEKTROSMOG C30“ versehene Fläschchen enthält 10g Globuli. Wirkstoff ist laut Hersteller „Elektrosmog“, Zusatzstoff ist Saccharose (Zucker). Die Ausgangsflüssigkeit wird 30mal in einem Verhältnis 1 zu 100 verdünnt. Das Ergebnis ist nichts als Wasser, mit dem die Zuckerkügelchen (Globuli) getränkt werden. Die Globuli sollen sich dann an die Bestrahlung „erinnern“. Das Gedächtnis von Wasser ist ein unbewiesenes Konzept der Homöopathie.

Der Preis für das 10g wirkungslose Globuli enthaltende, apothekenpflichtige Fläschchen liegt zwischen 14€ und 17€. Wer diese Abzocke auf der Basis von geschürten Ängsten nicht merkt, sollte bei seinen Apotheker einmal nachfragen und sich die Schutzmaßnahmen der Globuli fachlich erklären lassen. Funkamateure kaufen die Globuli nicht.