
Wir trafen uns alle am Parkplatz des Museums innerhalb der weitläufigen Anlage. In einigen Containern sind kleine thematisch gegliederte Ausstellungen untergebracht. Das mehrstöckige Hauptgebäude beinhaltet zwei Etagen mit vielen Exponaten von Minen, Selbstschußanlagen bis zu Dokumenten.
Ein Bereich beschäftigte sich mit Fluchthilfen. Wie im Amateurfunk wurde alles versucht und experimentiert, was möglich schien. Da waren Fotos von Klein-U-Booten, Unterwasser-Scooter, Selbstbaufluggeräten, Ballons, geschickte Leiter- und Steigkonstruktionen zu sehen.
Ein Modell und viele Fotos zeigen den vormaligen Aufbau der Grenzanlagen. Man erkannte aus dem oberen Stockwerk die alte Anlage teilweise wieder. Die im Keller befindlichen Arrestzellen allerdings luden nicht zum verweilen ein.

Was uns natürlich vom Hobby her am meisten interessierte, war elektrisches Gerät und Kommunikationsanlagen. Davon war einiges zu entdecken. Ein besonderes Exemplar war der Fernschreiber mit Umschaltung zwischen Deutsch und Kyrillisch. Funkgeräte und eigen installierte Telefonanlagen (bzw. Teile derselben) waren zu besichtigen.

Im zentralen Turm wiederum war auch die Steuerungsanlage für die mobile Straßensperre zu sehen, Grenzermotorrad und viele, viele Dokumente und Modelle. Im Turmzimmer mit Flutscheinwerfer konnte man originalen Mitschnitten der Durchsagen und Anfragen der Grenzbeamten zur Leitstelle oder anderen Behörden lauschen.

Ein Spaziergang – es war super Wetter – führte uns den Postenweg entlang der noch verbliebenen Grenzzäune. Kleine Beobachtungsbunker konnte man besichtigen und erkannte viele Details aus den Modellen wieder.
Auf der anderen Seite kamen wir bei unserem Rundgang beim Aussichtsturm auf BRD-Seite an. Hier konnten früher Schaulustige bis weit in die DDR hineinblicken. Ein idealer Platz um mit der Handfunke nach zu öffnenden Relais zu schauen.

Der erfolgreiche Rundgang führte uns an der mobilen Straßensperre vorbei. Diese wurde wohl früher testweise wöchentlich geprüft und aus dem Turm ausgelöst. Man hatte ein ziemlich komisches Gefühl, ein solches Gerät heute einfach anfassen zu können.
Michael hatte uns mit Familie wieder begleitet, wie die letzten Jahre auch schon. Und einen Tag später baute sein Sohn Erik ein wirklich treffliches Lego-Modell der Straßensperre. So geht die folgende Generation mit solchen Eindrücken um. Auch sonst hat Erik uns mit seinen lautstarken Durchsagen über PMR immer auf dem Laufenden gehalten.

Da das Wetter hervorragend und wir alle etwas geschaffte waren, suchten wir uns einen Platz, das obligatorische Grillen zu starten. Michael hatte einen tollen Grill dabei. Grillgut und Versorgung bis zur Serviette waren dabei. Lange haben wir noch gesessen und den schönen Tag und die vielen Eindrücke genossen. Vielen Dank an dieser Stelle an Hein, DF6HF, und Rainer, DF1FRW, welche den Besuch organisierten.
Eine Anekdote sei aber noch erwähnt. Es zogen ständig Jugendliche mit lauter Musik und Alkoholika auf Bollerwagen umher. Auf einem dieser lärmenden Gefährte entdeckten wir tatsächlich ein laufendes Aggregat. Ob dies nur die Beschallungsanlage oder auch einen kleinen Kühlschrank versorgte, bekamen wir allerdings nicht heraus.

Galerie:
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