Amateurfunk aus Nordkorea (P5) im Anfang 2016?

Die Nummer 1 auf der Wunschliste der Funkamateure ist das Land, in dem bisher nur ein georgischer Funkamateur in 2002 für einige Tage unter dem Rufzeichen P5/4L4FN Funkbetrieb machen durfte. Zähe Verhandlungen wurden damals von amerikanischen und finnischen Funkamateuren, die geschäftlich mit Nordkorea zu tun hatten, massiv unterstützt.

 

Bis heute ist Funk für Amateure in der Diktatur Nordkorea nicht zugelassen. Inzwischen hat nach den letzten Informationen der polnische Funkamateur Dom, 3Z9DX, eine Einladung der nordkoreanischen Regierung für Vorgespräche zur Aktivierung des Amateurfunks in diesem Land erhalten. Dom ist eingeladen, mit Offiziellen der für Telekommunikation zuständigen Stellen und mit dem Militär die Bedingungen zu diskutieren und zu akzeptieren.

Das Treffen ist für Dezember 2015 vorgesehen, die Aktivität soll dann im Januar oder Februar 2016 erfolgen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Dom nur eine Genehmigung für drei Bänder (20-15-10m) bekommen wird. Mehr als eine Vertikalantenne von einem sicheren Standort in der Hauptstadt Pyongyang wird für die fünf vorgesehenen Tage nicht genehmigt werden. Außerdem wird Dom rund um die Uhr von zwei Mitarbeitern der Regierung überwacht werden.

Vorgesehen ist derzeit in den Vorverhandlungen nur die Betriebsart SSB (Sprechfunk). Dom verhandelt aber hart, um einen weiteren Operator für die Betriebsart Telegraphie genehmigt zu bekommen. Telegraphieverbindungen dürften dann für die Überwacher etwas problematisch werden, es sei denn, die Aufpasser sind erfahrene Telegraphiefunker.

Zurzeit jedenfalls sieht es so aus, dass nur Dom, 3Z9DX, allein aus diesem verschlossenen Land eventuell funken darf. Die letzte Expedition von Dom zu der Cocosinsel (TI9) stand unter keinem guten Stern. Hier machten im Naturreservat die Aufsichtsbehörden Schwierigkeiten und hatten einen für die Abstrahlung nach Europa ungünstigen Standort zugewiesen. Auf Drängen von Dom durfte er für wenige Tage von einer anderen Bucht – auch wieder er nur allein – mit einer Antenne und einem Funkgerät die europäischen Funkamateure bedienen. Schlechtes Wetter ließ aber keine weiter größere Aktivität zu. Die Expedition wurde vorzeitig abgebrochen.

Hoffentlich klappt der Besuch in Nordkorea besser. Hoffen wir also für Dom und alle an DX (Weitverbindungen) interessierten Funkamateure, dass seine Hartnäckigkeit Erfolg hat.

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