
Lange schon wünschte man im OV einen Besuch des Heinz Nixdorf Museums in Paderborn. Dem Wunsch entsprechend organisierte Hendrik, DL1HX, eine Gruppenführung ‘Kuchen und Technik’. Auch außerhalb der OVe gab es einige Resonanz. Neun Uhr war Abfahrt in Kassel verabredet und man fand sich mobil über Relais oder direkt. Die Autobahn war frei und so gelangten wir ohne Verzögerungen nach Paderborn. Schließlich trafen sich 17 OM, SWL einige Gäste,Interessierte, Familien mit Kindern im großzügigen Foyer des Museums. Schon hier war zu erkennen, was für eine ungeheure Spannbreite an Exponaten und Themen vom Museum beherbergt wird. Von der Tontafel bis zum modernen Computerspiel, viel Geschichte und Geschichten. Gleich musste der Roboter am Eingang Zeichnungen von den Kindern anfertigen.
Die mit einer Stunde angesetzte Führung durch die Ausstellung stellte sich trotz Überziehen als viel zu kurz heraus. Die Zeit verging bei der sehr kompetenten Begleitung durch Teilbereiche der Ausstellung wie im Fluge. Den Schwerpunkt bildeten die Rechen- und Verschlüsselungsmaschinen. Das einzig weltweit funktionierende Leipnitzsche Rechenwerk war hinter Glas zu bewundern. Aber hier zeigte sich die Besonderheit der Ausstellung. Die wesentlichen Mechanismen gab es als exemplarische Modelle zum Bedienen. Museum zum Begreifen wird ganz groß geschrieben. Das betraf nicht nur unterschiedliche Rechenwerke, auch Computerprogramme, Spiele, … kindertauglich allemal.
Nicht nur die überwältigende Fülle der thematisch geordneten Exponaten, sondern auch das Wissen zum Anfassen und Ausprobieren ist eine der großen Stärken des HNF siehe: Exponate-GALERIE . Verschiedene Verschlüsselungsmaschinen waren zu bestaunen bis hin zu verschiedenen Modellen der Enigma und uns wurde sehr detailliert über deren Funktionsprinzipien und Geschichte Auskunft erteilt. In diesem Zusammenhang wurde auch über ihre damaligen Gegenspieler in Großbritannien mit den als “Bomben” bezeichneten Dechiffrier-Computern berichtet.
Nach der regulären Führung, für die wir uns herzlich bedanken, konnte man nach Lust und Laune durch die 3 Stockwerke des Museum streifen. Für uns Amateurfunkbegeisterte findet sich auch Herr Morse mit einem Telegrafen-Modell. Man kann sich an einer Übungstaste versuchen und den gegebenen Text an einer Anzeige ablesen. Einzig die CW-Erkennungssoftware bedarf einer Überarbeitung, wie geübte CWisten bemerkten.
Besonders interessant war für viele der Bereich der Computer. Von Röhrengeräten mit ihrem symbolisch angedeuteten erheblichen Umfang bis zu modernen Geräten konnte man der Entwicklung Schritt für Schritt folgen. Viele große und kleine Highlights waren zu bewundern, sei es der Apple 1 auf seinem Montagetisch, ein Cray-Supercomputer mit lichttechnisch animierter Flüssigkeitskühlung, … Viele alte Bekannte unter den Geräten wurden wieder erkannt und man erinnerte sich selbst an die Pionierzeit der Homecomputer. Für herausragende Erfindungen wie z. B. den Transistor ist ein symbolischer Meilenstein dargestellt, um die nachfolgenden Exponate technisch einzugliedern.
Den Themen Mobil-Telefon oder Taschenrechner waren ganze Wände – mit hunderten der kleinen Plasteschachteln – gewidmet. Jahrzehntweise waren z. B. die Mobil-Telefone geordnet. Es war für alle spannend zu suchen und seine früher benutzten Geräte zu finden. Was für ein Gegensatz der “Handys” zu den frühen Koffern mit Telefonhörer, die sich nur ein paar Schritte weiter in der Vitrine fanden.
Besonders hatte es den Kindern die viele Meter lange elektromechanische Vermittlungsanlage angetan. Da ratterte es und klackte, die Telefone klingelten, man konnte sich gegenseitig anrufen. Ein Heidenspaß, aber auch ein Heidenlärm.
Für Kinder und Erwachsene stellten sich Peter und seine Begleiterin zur Verfügung. Um zu verschiedenen Themen kurze alternative Führungen oder Erklärungen anzubieten fuhren sie durch die Ausstellung. Das Besondere hier, beides sind Roboter, die man über ihr Bedienfeld animieren kann, Verstecken zu spielen. Für die Kinder eine super Sache. Und wer wird schon häufig von einem Roboter im Vorbeigehen aufgefordert, ihn nicht gesehen zu haben.
Clubstation DL0HNF
Für Funkamateure verbirgt sich aber auch noch eine weitere Besonderheit im HNF. Das ist die vom OV N61 geführte Clubstation DL0HNF. Auf Anfrage hin erklärten sie sich gleich bereit, uns außerplanmäßig die Station zu öffnen. Etwas verspätet erreichten wir die OM in der Klubstation. Bernd, DL3ZAT, und sein Mitstreiter Matthias, DL4YAV, zeigten uns die KW- bzw. UKW-Stationen. Schnell waren wir in kleineren Gruppen in Gespräche vertieft: Was werden für Antennen benutzt, wie sind hier die Bedingungen … Beeindruckend, die Glasfront mit Sicht ins Umland im Rücken und schön viel Platz in diesem “Shack”.
Schließlich stellte sich die Frage, ob wir auch direkt in Verbindung treten könnten. Die Repeater wurden versucht und tatsächlich ließ sich DB0XE öffnen. “Tante Minna” DB0TM konnte an diesem Tag leider nur verrauscht und undeutlich aufgenommen werden. Gleich wurde ein Sked auf UKW und 80m verabredet. Noch einmal herzlichen Dank Bernd und Matthias, dass ihr uns am Sonnabend die Station geöffnet habt, für ihr Engagement und die interessanten Gespräche
Schneller als gedacht war nun der Teil des Programmes mit dem zugehörigen Kaffee und Kuchen gekommen. Den gab es unten im Restaurant. Viele waren froh, sich setzen zu können. Einige brachen danach auf, aber viele genossen weiter die tollen Exponate und vertieften sich in einige Themen. Als wir uns schließlich kurz vor Museumsschluss im Foyer wieder trafen, waren sich alle einige, dass wir das auf alle Fälle wiederholen müssen. Es war eine gelungener und sehr interessanter Tag für alle geworden.






















