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Eisenbahn-Funkfreunde bereits 1931 in Kassel


OM Detlev Gard, DK9VB, hat anlässlich des Jubiläums „ 50 Jahre Einbahnfunkamateure 1962 – 2012, die Geschichte der Eisenbahn-Funkamateure EFA/FIRAC in der Stiftung Bundesbahn Sozialwerk“ eine umfangreiche Zusammenstellung erarbeit. Mit seiner ausdrücklichen Genehmigung sollen hier einige wichtige Punkte, die die Entwicklung in Kassel betreffen, wiedergegeben werden.

Danach wurde bereits am 18.Juli 1931 ein Reichsbahn-Funkverein gegründet, der sich dem Eisenbahn- Verein (Vorläufer des heutigen BSW) angeschlossen hat. Der Verein hatte Ende des Jahres bereits 80 Mitglieder. Es fanden jeden Donnerstag in gemieteten Räumen im Oberstock des Bahnhof Kassel Hbf Bastel– und Versammlungsabende statt. Der fleißige Besuch dieser Abende zeugte davon, dass mit der Gründung des Vereins einem tatsächlich vorhandenem Bedürfnis entsprochen worden war. Die Verbandszeitschrift „Der Funkfreund“ hat allgemeine Anerkennung gefunden. (Auszug aus dem Geschäftsbericht für 1931 des Eisenbahn- Vereins Kassel ).

Die Funkgruppe Kassel gab in der Monatszeitschrift des Eisenbahn- Vereins den Kollegen außerhalb des Klubs Hinweise für den Umgang mit den Radiogeräten, so z.B. über das Entstehen und Beseitigen von Rundfunkempfangsstörungen.
Bei den Recherchen über die Radioamateure in Kassel war bisher kein Hinweis auf die offenbar parallel entstandene Interessengruppe in Kassel zu finden. Daher ist diese Information neu und sollte der geschichtlichen Entwicklung der Radioamateure in Kassel hinzugefügt werden.

Die weitere Entwicklung der EFA nach dem Krieg ging von Hamburg aus. Dort war OM Heinz Windelband, DJ3UN, der Motor für die Eisenbahn-Funkamateurgruppen, die nunmehr vermehrt ab 1961 in der BRD gegründet wurden.

In der ersten Rufzeichenliste der EFA waren 58 Funkamateure verzeichnet. Aus Kassel waren dies u.a. DL1CG, Theo Schieferdecker, DL3DE, Otto Hahn und DJ3AS, Harald Dölle. Am 29.2./1.3.1964 fand in Kassel das erste EFA-Treffen aller Bezirke statt.

Die EFA- Gruppe Kassel wurde am 21.1.1964 gegründet. Verbindungsmann zu dem BSW-Bezirk war DL1CG.

Die Einrichtung der Clubstation DL0DK war schwierig, denn es ließen sich keine qrm-freien Räume in und um der Bundesbahndirektion Kassel finden. Letztendlich erhielt die Station einen Raum in dem Bunker in der Friedrich-Engels-Straße zugewiesen. Die Antennenmöglichkeiten waren mehr als bescheiden. Kein Wunder also, dass das Rufzeichen bei den Eisenbahnkollegen rumgereicht wurde, die über bessere Antennen verfügten.

Die Eisenbahn-Funkamateure pflegten auch sehr gute Kontakte mit gegenseitigen Besuchen etc. zu den ausländischen Kollegen. So entstand dann auch die „ Fédération Internationale des Radio-Amateurs Cheminots (FIRAC)“.
Sehr aktiv waren in den folgende Jahren Horst Löwer , DK2XZ, und Ray Giebel, DK2XX, die keinen Wettbewerb der FIRAC oder andere Konteste ausließen. Beide fanden sich immer in den vordersten Plätzen der Gewinnerliste.

Mit Auflösung der Bundesbahndirektion Kassel und mit dienstlichen Veränderungen der Kollegen, ließ die allgemeine Aktivität sehr nach.

Horst Löwer verstarb im Dezember 2002 sehr überraschend. Damit fehlte der Gruppe der Motor. Das Rufzeichen DL0DK übernahm der OV Melsungen. Die Kasseler Gruppe wurde im Frühjahr 2003 aufgelöst.

Die Funkamateure der Gruppe Frankfurt treffen sich noch regelmäßig in der BSW-Kantine im Frankfurter Hauptbahnhof.

Soweit also die Informationen über eine Gruppe, die auch zur Radioamateurlandschaft in Kassel gehört und über deren Existenz bisher nichts bekannt war.

Harald Dölle –DJ3AS – im Juni 2012