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RobinNicht nur für die Funkausbreitung ist das Erdmagnetfeld ein wesentlicher Faktor. Für die Orientierung der Tiere auf ihren Wanderungen bestand schon seit längerem die Vermutung, dass eisenhaltige Zellen in den Schnäbeln der Vögel als mikroskopischer Kompass dienen und die Orientierungen über tausende Kilometer ermöglichen.

 

 

 

 

 

Nach neuesten Forschungsergebnissen und Beobachtungen an Zebrafinken und europäischen Rotkehlchen, wurde in der Netzhaut der Augen dieser Vögel ein Protein festgestellt, dass möglicherweise die Magnetlinien des Erdfeldes für das Tier wahrnehmen lässt. Das Protein gehört zu der Familie der „Cryptochrome“, die bekannt sind für die Wahrnehmung und Verarbeitung von blauen Licht in den Zellen bei Tieren und Pflanzen.

Die im Januar und März 2018 veröffentlichten Studien englischer und deutscher Wissenschaftler beschreiben den Fund des Proteins „Cry4“ in der Netzhaut von Zebrafinken und europäischen Rotkehlchen. Wenn die Forscher Recht haben, ist es der erste Nachweis eines „sechsten Sinnes“, der auf molekularer Basis die Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes ermöglicht.

Das Protein „Cry4“ ist, und das weiß die Forschung schon länger, für den Ablauf des 24-Stunden Rhythmus und den biologischen Schlaf entscheidend. Bei den 39 untersuchten Zebrafinken waren die Mengen der Proteine „Cry1“ und „Cry2“ zu den verschieden Tageszeiten unterschiedlich. Das Protein „Cry4“ hingegen blieb in seiner Menge konstant. „Cry4“ fanden die Forscher in der Netzhaut der Vögel an Stellen, die besonders intensiv von Lichtwellen beeinflusst wurden.

Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen sind aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht gefestigt, sondern zunächst nur Thesen, die einer weiteren Untersuchung unter den physikalischen Grundsätzen der Quantenmechanik bedürfen. Dass das Magnetfeld der Erde Vorgänge in der Natur bei Tieren und Pflanzen beeinflusst, wird schon lange vermutet. Die entsprechenden, wissenschaftlich gefestigten Ergebnisse für diese Vermutungen müssen aber noch erarbeitet werden.

Für Funkamateure ist die Kenntnis und Beobachtung über das Verhalten und des Zustandes des Magnetfeldes der Erde eine wesentliche Voraussetzung für funktionierende Funkverbindungen rund um den Erdball. Unter diesem Gesichtspunkt orientieren sich auch Menschen erfolgreich und gezielt am Magnetfeld, ohne hierfür einen „sechsten Sinn“ zu haben.