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In den Jahrzehnten des „Kalten Krieges“ wurde Amateurfunk als strategisch wichtiger Bestandteil der Technik betrachtet. Sowohl der CIA in USA wie auch die russische Militär- und Staatsführung waren an der Tätigkeit der Funkamateure interessiert und beobachteten den Funkverkehr sehr genau.

 

Inzwischen freigegebene Akten der CIA bestätigen die Beobachtung des Amateurfunkverkehrs. Während im Westen sich das Amateurfunkwesen ungehindert und frei entfalten konnte, betrachteten die Staatslenker hinter dem „eisernen Vorhang“ die kontrollierte Beschäftigung mit der Funktechnik und dem Funkbetrieb als patriotisch notwendige Leistung und Dienst im staatlichen Interesse. Amateurfunk war die einzige Möglichkeit, bequem hinter die jeweiligen Grenzen schauen zu können.

Die technischen Innovationen wurden an Hand von Angaben auf den QSL-Karten und den abgehörten Informationen ausgewertet. Die relativ schnelle Genehmigung im März 1949 durch die englische und amerikanische Besatzungsmacht für westdeutsche Funkamateure, entsprang den Überlegungen, den Amateurfunkdienst strategisch ausnutzen zu können. In der UdSSR und später in der DDR, sind die technischen Entwicklungen wegen der fehlenden Materialien gegenüber den westlichen Entwicklungen nicht sehr fortschrittlich gewesen.

Stationen aus dem Ostblock waren bekannt für ihre unstabilen Signale. Gewollt war der Funkbetrieb mit allen westlichen Staaten, Funkverkehr mit Israel war aber den russischen Funkamateuren verboten. Auf beiden Seiten wurde Amateurfunkverkehr durch staatliche Stellen mitgeschnitten und in den Geheimdiensten ausgewertet. Im Ostblock war die Weitergabe von Informationen über politische Entwicklungen oder über Standorte industrieller Anlagen verboten. Illegale Sender sollten den Behörden gemeldet werden. Im Ostblock war die Ausbildung von jugendlichen Radiointeressenten zu Funkamateuren ein militärisches Ziel.

Besonderen Wert wurde auf Telegraphie gelegt. Die paramilitärischen Organisation DOSAAF war die Verbindung zum Militär und direkt dem ZK der KPdSU unterstellt. Die Russen erfanden ihren „Z-Schlüssel“, der russische Worte und Begriffe beinhaltete. Eine freie, zwanglose Entwicklung des Amateurfunks im Westen ist z.B. mit dem Amateurfunkgesetz geregelt. Nach den politischen Veränderungen haben die Funkamateure im Ostblock heute keinerlei Nachteile mehr, Restriktionen wie im „Kalten Krieg“ sind Geschichte.