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Die zwanzig internationalen Funkamateure, die ab Januar 2018 die selten aktivierte, unbewohnte Bouvet Island im Südatlantik funkmäßig aktivieren wollen, haben ihre Vorbereitungen für diese lang erwartete Expedition beendet. Die Insel ist derzeit die Nummer 2 auf der Wunschliste der Funkamateure.

Bouvet Island wurde erstmals 1739 gesichtet. Die erste, dokumentierte Landung auf der Insel ist mit einer norwegischen Expedition in 1927 dokumentiert. Eine später eingerichtete Forschungsstation wurde 2006 durch ein Erdbeben zerstört, in 2014 aber wieder aufgebaut. Die Insel ist fast völlig mit Eis bedeckt. Die Temperaturen steigen auch im Sommer kaum über 0°. In den letzten Tagen standen die Verantwortlichen im Kontakt mit dem Kapitän des Expeditionsschiffes und dem Transportunternehmen.

Das Expeditionsschiff „Betanzos“ wurde völlig überholt und für den Einsatz in den antarktischen Gewässern ausgerüstet. Voraussetzung für die Auswahl des Schiffes war eine Hubschrauberlandeplattform an Deck. Ohne Hubschrauberflüge für Personal und Material ist die DXpedition nicht möglich. Zurzeit ist unklar, wieviel Flüge der Hubschrauber erledigen muss. Sein Einsatz ist witterungsabhängig und die Kosten sind derzeit noch nicht sicher kalkulierbar. Finanziert wird dieses umfangreiche Unternehmen privat von den beteiligten Funkamateuren, Sponsoren aus der Funkindustrie und privaten Spenden, um die derzeit weiter gebeten wird.

Am 13.Januar wird die Mannschaft von Punta Arenas zur South Shetland Islands fliegen und dort an Bord der „Betanzos“ gehen. Alle Expeditionen haben vorab einen speziellen Sicherheitslehrgang für Seefahrer absolviert. Funkbetrieb rund um die Uhr wird auf allen Kurzwellenbändern in Sprechfunk, Telegrafie und digitalen Betriebsarten erfolgen. Für jedes Band werden zwei Antennen zur Verfügung stehen, die Funkgeräte haben alle eine leistungsstarke Endstufe. Die Geräte, der gleichzeitige Betrieb und die geplanten Antennensysteme wurden bereits im Vorfeld ausgiebig getestet. Dabei konnten die Tester auf Erfahrungen aus anderen, großen DXpeditionen zurückgreifen und Verbesserungen einarbeiten.

 

Über die ganze Welt verteilt, sorgen sog. „Pilotstationen“ für ständige Informationen zur Insel und melden Beobachtungen über die jeweils augenblicklichen Ausbreitungbedingungen, Frequenzbelegung etc. Die internationale Mannschaft ist für das Abenteuer bereit, die entfernteste Insel auf dem Globus funkmäßig zu aktivieren. Ihre Sichtweise ist: „Koste es, was es wolle“. Alle Funkamateure wünschen erfolgreiches Gelingen, gute Ausbreitungsbedingungen und den Eintrag im Log: „3Y0Z ok“.