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Arecibo TotalschadenDas unter dem Namen „Arecibo“ bekannte, zweitgrößte Radioteleskop der Welt auf der Insel Puerto Rico, erlitt ernsthafte Schäden durch den Hurrikan „ Maria“. Der seit 1963 in einem natürlichen Krater eingelassene 300 Meter breite Spiegel, ist durch herabstürzende Teile beschädigt worden.

Elemente der über dem Spiegel im Fokus angebrachten Sende- und Empfangsantennen wurden durch den Orkan abgerissen und haben die Spiegeloberfläche durchschlagen. Dieses hochempfindliche Antennensystem arbeitet auf 430 MHz mit einer Sendeleistung von 2,5 Megawatt. Die Anlage wurde 1963 während des Kalten Krieges für die Beobachtung von Satelliten und Raketen der Sowjetunion eingerichtet.

Das Teleskop wurde ebenfalls bei den ersten Versuchen, das Echo eines Radiosignals von der Mondoberfläche zu empfangen und bei Erforschung der Venus erfolgreich eingesetzt. 1974 wurden die Gravitationswellen durch Joe Taylor, K1JT entdeckt, der hierfür den Nobelpreis bekam. Arecibo ist an der Suche nach Signalen anderer Zivilisationen im All beteiligt und beobachtet die Asteroiden, die die Umlaufbahn der Erde kreuzen. Die weitere Erforschung der Gravitationswellen ist derzeit eine Hauptaufgabe.

 

Auf dem Gelände ist die Amateurfunkstelle KP4AO beheimatet. Ein weiteres Radioteleskop mit einem Spiegel von 12 Meter Durchmesser, ist völlig durch „Maria „zerstört. Der Manager von Arecibo, Angel Vazquez, WP3R, konnte über Kurzwelle als Erster Informationen über die Schäden an der wichtigen Forschungseinrichtung an Joe Taylor, K1JT, berichten. Das Gelände konnte zunächst wegen der mit Trümmern übersäten Straßen nicht erreicht werden. In der Anlage des Observatoriums funktionierte die autarke Stromversorgung aber noch einwandfrei. Das Stromnetz auf der Insel war durch den Hurrikan völlig zusammengebrochen.

Wegen der auf dem Gelände vorhandenen Infrastruktur, der vorhandenen Nahrungs- und Wasservorräte für mindestens eine Woche sowie des eigenen Hubschrauber Landeplatzes, ist Arecibo durch die nationale Notfallbehörde FME als geeigneter Standort für Hilfsaktionen eingerichtet worden. Für die Beseitigung der Schäden am Teleskop und die Wiederaufnahme der Forschungsprojekte wird ein langer Zeitraum notwendig sein. Ob auseichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen werden, ist derzeit noch völlig unklar. Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Aufgaben ist das Teleskop ein beliebtes Ausflugsziel von mehr als 100.000 Besuchern pro Jahr und somit letztendlich auch ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde im nordwestlichen Bergland von Puerto Rico.

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