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CassiniLetztesFotoMitErdeNach einer Reise von 20 Jahren durch das Weltall, ist die Cassini-Sonde am 15. September 2017 am Saturnmond Titan vorbei und durch den Ring des Planeten Saturn geflogen und planmäßig mit einer Geschwindigkeit von 120.000 km/h in der Atmosphäre des Saturns verdampft. Eine halbe Stunde vor dem Absturz, nachdem die Neigung der bisherigen Flugbahn verändert worden war, begann die Schwerkraft des Saturns zu wirken.

Alle drei Minuten nahm die Geschwindigkeit um fast 2000 km/h zu. Bis zum letzten Augenblick schickte Cassini noch Daten und Bilder zur Erde. Alle Instrumente an Bord funktionierten zwanzig Jahre lang einwandfrei. Die Bilder, die die NASA nach entsprechender digitaler Aufarbeitung auf der Homepage veröffentlicht hat, sind gestochen scharf.

Cassini hat rund 250 Millionen Bilder während des Fluges durch das Weltall an die Empfangsstationen der NASA in Kalifornien und Madrid sowie an die australische Empfangsstation „Deep Space Network Canberra“ geschickt. Die Kommunikation auf eine Entfernung von 1,5 Billionen Kilometern konnte nur in den mit „L“, Ku“, „X“ und „S“ bezeichneten Frequenzbereichen zwischen 1,5 und 18 Gigahertz und mit den großen Spiegeln der drei NASA Stationen gelingen. Die Radiosignale durchdrangen den Ring des Saturns und gaben die Strukturen der einzelnen Ringe durch Veränderungen der Signalstärken preis.

CassiniRaumfahrtzentrum

Für die Forscher eine einmalige Gelegenheit den Aufbau der Ringe genauer studieren zu können. Die letzten Signale empfing das Radioteleskop in der Nähe von Canberra im S-Band genau um 11:55:46 Uhr UTC. Danach war die Sonde nicht mehr zu hören. Das vorausberechnete Ende der Mission wurde um rund 30 Minuten verfehlt. Als eine der Antennen wurde in der Empfangsstation Canberra ein Spiegel mit einem Durchmesser von 70 Metern verwendet. Beim Empfang der letzten Lebenszeichen von Cassini war das reale Ereignis auf der Oberfläche des Saturns bereits schon 83 Minuten alt.

casiniSpiegelCanberra

Diesen Zeitraum benötigten alle, sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitenden Funksignale von und zur Sonde, um die riesige Entfernung überbrücken zu können. Nachdem die Signale von Cassini verstummt waren, konnten alle beteiligten Wissenschaftler das erfolgreiche Ende einer großartigen Leistung feiern. Die jahrelange Aktion und ständige Begleitung der Raumsonde in den wissenschaftlichen Instituten, blieb nicht ganz ohne Pannen. In den zwanzig Jahren gab es bei den Funkzentren auch den ein oder anderen technischen Defekt. Erstaunlicherweise fiel auf der Raumsonde kein Gerät aus.

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