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IBeipack zum Ballonn den letzten zwei Jahren hat eine Studentengruppe einer amerikanischen Universität zusammen mit Spaceweather.com über Kalifornien Ballonaufstiege zur Messung kosmischer Strahlung in die hohen Schichten der Atmosphäre durchgeführt. Bei über 100 Flügen wurde festgestellt, dass sich die Intensität und Menge der kosmischen Strahlungen über Kalifornien seit März 2015 um 13% erhöht hat.

 

Über den Ostküstenstaaten Maine und New Hampshire wurde bei Messungen unter gleichen Bedingungen eine Steigerung der kosmischen Strahlung von 19% festgestellt. Danach ist offenbar Kalifornien besser geschützt als die Ostküste der USA. Die kosmische Strahlung stammt aus dem Weltraum. Sie entsteht bei interstellaren Vorgängen wie Gammastrahlenausbrüchen bei Sternkollisionen oder als Folge einer Supernova. Die Energie besteht aus hochernergetischen Partikeln, meistens Protonen, und Elektronen.

Der Sonnenwind und das Magnetfeld der Sonne blocken den ständigen Zustrom zur Erde hin etwas ab. Eine weitere Schutzfunktion für uns Erdenbewohner hat das Erdmagnetfeld. Im Zeichen der routinemäßig im elfjährigen Zyklus derzeit schwächer werdenden Sonnenaktivität, die auf ein Sonnenfleckenminimum in die Jahre 2020/20121 hinsteuert, lässt der Sonnenwind nach. Auch das Erdmagnetfeld ändert sich ständig.

Radiation

So sind inzwischen im Bereich des Südatlantiks schwächere Erdmagnetfelder und damit höhere Intensitäten der kosmischen Strahlung nachgewiesen. Einen gleichen Effekt haben Messungen in Flugzeugen bei Überfliegen der Antarktis ergeben. Die Strahlung durchdringt die Flugzeugumhüllung und wirkt auf die Passagiere ein. Die empfangene Dosis ist etwa mit einer medizinischen Bestrahlung vergleichbar.

Anders sieht es bei dem fliegenden Personal aus. Diese Personen sind beruflich häufiger der Bestrahlung ausgesetzt. Die Frage, ob dieser hochenergetische Teilchenstrom aus dem Weltraum die Wolkenbildung und auch die Gewitterintensität und Anzahl der elektrischen Ladungen als Blitze zur Erde und zum Weltraum hin in Form der „sprites“ beeinflusst, wird derzeit international kontrovers diskutiert. Die Messungen mit den Ballonsonden und anderen hochempfindlichen Messinstrumenten auf der Erde oder im All lassen erkennen, dass die kosmische Strahlung sich zum Sonnenfleckenminimum hin wegen der abnehmenden Schutzwirkung zusammen mit Änderungen im Erdmagnetfeld auf die Erde verstärkt auswirkt. Auch die Kurzwellenfunkverbindungen leiden derzeit unter den veränderten stellaren Bedingungen.