Cell-Broadcast

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Wie sind die Alarmierungs-Ketten dieses Landes bzgl. der Katastrophenlagen, von denen es tendentiell immer mehr geben wird, aufgebaut? Es gibt öffentlicher Rundfunk (klar), Warnapps (habe noch nie von denen gehört), Sirenen (der Test war wohl selbst eine Katastrophe), …

Wäre es nicht schön, wenn jeder Mobil-Telefon-Benutzer, der bei irgendeinem Mast in der Nähe steht, eine präsente und informative kurze Nachricht erhält? So etwas geht seit dem GSM-Standard (1986) und nennt sich Cell-Broadcast.

Cell-Broadcast hat mit einer SMS, außer, dass beide Textnachrichten sind, technisch nicht viel zu tun. Eine SMS wird an genau eine feste Mobilfunk-Nummer einmal verschickt, wenn diese sich an irgend einem Mast einbucht. Dabei ist die SMS eigentlich eine Nachricht über Steuerkanäle, wurde aber von findigen Menschen als weitere Geldquelle entdeckt. Der Benutzer hat hierbei keine Garantie, dass seine Nachricht auch ankommt.

Cell-Broadcast hingegen sendet eine Nachricht an alle Geräte in einer Dauerschleife. Bedeutet, dass jedes neu in die Zelle kommende Gerät die Nachricht erhält.

Man bezeichnet auch die normale SMS als SMS-PP, point-to-point, und im Gegensatz dazu Cell-Broadcast als SMS-CB.

Warum in unserem Land diese genau auf den Katastrophenfall passende Technologie nicht schon seit Weiland GSM eingesetzt, ist ein sehr trauriges und wütend machendes Kapitel. Das kann aber jeder selbst nachlesen.

Immerhin haben die Wassermassen der letzten Wochen und die vielen Toten endlich Bewegung in die deutsche Verwaltungslandschaft gebracht. Länder wie Japan, USA, Rumänien, Litauen oder Chile setzen Cell-Broadcast als Teil ihrer Katastrophen-Warnung schon ein. Jetzt wird hierzulande dieses Thema ebenfalls angegangen.
Vielen Dank.

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